Entstehung des Wing Chun Chuan

Um die Enstehungsgeschichte des Wing Chun Chuan zu klären muss man relativ weit ausholen. Theoretisch müsste man noch etwas weiter ausholen als folgend beschrieben. Da aber bisher nur nachfolgende Fakten als gesichert gelten, bzw. Wissenschaftlich haltbar sind gebe ich hier an dieser Stelle auch nur diese wieder.

Ende des 15. Jahrhunderts lebte im Shaolin - Kloster in Henan ein Mönch namens Chueh Yuan. Im laufe der Jahre arbeitete er eine neue Kombination bekannter Bewegungen aus, ergänzte sie durch neue Einflüsse und fasste seine Erfahrungen zu einer sakralen anzahl von 72 (72 = 8x9) Verfahren zusammen. Die von Chueh Yuan ausgearbeiteten Nahkampfverfahren bildeten einen besonderen Abschnitt des Shaolinschen Kung-Fu und wurden unter verschiedenen Bezeichnungen in das Arsenal fast aller Kung-Fu Schulen aufgenommen. Je nach Ort und Zeit wurden sie als: "Kunst der schmerzhaften Zwingen"(Zuokushu) oder "Kunst des Abrisses der Muskel von den Sehnen"(Feng-jinshu) oder als "Teufelshand"(Dishashou) bezeichnet.

Als Chueh Yuan einmal den Hof einer Herberge verließ wurde er Zeuge einer seltsamen Szene. Ein angetrunkener großer und massiver Kerl belästigte auf der Strasse einen alten kränklichen Händler. Dieser versuchte, den Burschen höflich zur Vernunft zubringen, aber ohne Erfolg. Schließlich trat der junge Schurke ganz nah an den Alten heran, erhob die Faust zum schlagen und - stürzte bewußtlos zu Boden. Chueh hatte nur gesehen wie der Alte Mann den Angreifer mit zwei Fingern berührte. Da er selbst wirksame Gesten dieser Art kannte, stellte Chueh sich dem Alten vor und bat höflich ihm zu erklären, wie es dem Alten gelungen sei den Angreifer mit einem Schlag ausser Gefecht zu setzen. Dem Händler gefiel das bescheidene, aber offenbar auf Erfahrung beruhende Ansinnen des Mönches, und sie empfanden gegenseitige Sympathie. Der Händler hieß Li Cheng. er war sechzig Jahre alt und hatte einen Großteil seines Lebens mit dem Studium der Kampfkuenste verbracht. Li Cheng der dazu neigte seine Künste kleinzureden, erzählte seinem neuen Freund das er einen guten Bekannten in der Provinz Shanxi habe, der sich tatsächlich mit den Kampfkuensten gut auskenne. Sie beschlossen, sich gemeinsam nach Shanxi zu begeben.

Bai Yufeng erwies sich tatsächlich als außergewöhnlicher Mensch. Fünfzig Jahre alt, besaß er einen kräftigen Körper, einen ausgeprägten Forschergeist und umfangreiche Kenntnisse. Er hatte keine eigene Nahkampfschule, war aber in den Geheimnissen aller Schulen seiner Zeit hervorragend bewandert. In seinen Mußestunden vervollkommnete er einzelne Verfahren und schuf neue Kombinationen.

Chueh Yuan beschloß, die ihm wohlgesinnten Freunde für eine phantastische Idee zu begeistern. Er schlug vor, ein universelles, unübertreffliches System des Kung-Fu zu schaffen. erstmals in der Geschichte der chinesischen Kampfkünste schlossen sich die drei(Drei Formen) groessten Meister ihrer Zeit zusammen und nahmen eine schöpferische Gemeinschaftsarbeit in angriff. Ihr Prueffeld wurde das alte henansche Shaolinkloster. Das den drei berühmten Sifu gastfreundlich, Nahrung, Obdach und junge Assistenten zur Verfügung stellte.
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