Struktur
Mutterstand
Zentrallinie
8 Elemente der inneren und äußeren Entwicklung
   
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Timing (See Gan Sing)
See Gan Sing


Inhalt

Self-Timing
Regular Timing
Breaking Timing
Created Timing
Double Timing
Delayed Timing


Self-Timing

Der Term "Self-Timing" meint die Fähigkeit alle relevanten Teile des Körpers in synchroner Einheit zu bewegen, um gleichzeitig zur maximalen Ausbreitung im exakten Moment des Einschlagens oder Ausführens einer Technik zu gelangen. In einfachen Techniken, wie sie in der Siu Leem Tau Form gezeigt werden, beinhaltet "Self-Timing" nur die Arme. Die Bewegungen müssen mit dem Schnappen der Finger, Knöchel, Handgelenke, Ellebogen und Schulter präzise getimed werden, so dass jede Bewegung der letzten Energie hinzufügt, und diese kombinierten Energien gezielt freigelassen werden können. Im Falle fortgeschrittener Techniken - solche die die Wendung des Standes, Schritte oder Kicks erfordern - gibt das Self-Timing den Zeitpunkt des Schnappens der Gelenke zur Krafterzeugung in Verbindung mit der Ausführen der Beinarbeit an, um auch hier wieder der vorhergehenden Bewegung Energie hinzu zu fügen, wobei die Energie, die aus der Beinarbeit entsteht, der Technik erst im letzten noch möglichen Bruchteil einer Sekunde hinzu gefügt werden soll. In einer Technik zum Beispiel, die Toh Ma (Schritt, Gleiten) Beinarbeit in Verbindung mit der Gahng Da (tiefer wischender Block/hoher Schlag) Bewegung beinhaltet, wird der initiale Schritt simultan mit dem Beginn des tiefen wischens des blockierenden Arms und dem nach innen gerichteten "Aufladen" des blockierenden Handgelenks ausgeführt. Da sich diese Bewegung weich fortsetzt, wird der Schlag beginnend mit dem Anfang des Gleitens initiiert, welches sich wiederum an der initialen Vorwärtsbewegung des Ellebogens des Schlagarms orientiert. Da sich die gleitende Bewegung fortsetzt, kommt der tiefe Block mit dem Handgelenk- und Ellebogenschnappen zu voller Ausstreckung zusammen mit dem Schnappen der Finger, des Handgelenks und des Ellebogens der schlagenden Hand. Der Block, der Schlag und der Schritt enden gleichzeitig. Dieses Beispiel des Self-Timings zeigt, wie jedes individuelle Element systematisch mit Präzision ausgeführt werden muss, um das maximale Kraftpotential realisieren zu können.
Eine exzellente Möglichkeit das Self-Timing zu trainieren, ist der Mook Yan Joang oder Wooden Dummy des Wing Chun. Während des Trainings am Dummy kann der Schüler das Resultat einer richtig getimeten Bewegung fühlen und hören, da falsches Self-Timing an den Geräuschen zu erkennen ist. Ein erfahrener Wing Chun Instructor kennt die Geräuschmuster, die am Dummy bei den einzelnen Techniken entstehen, sehr genau, und kann einem Schüler sagen, ob dessen Ausführungen am Dummy richtig oder falsch sind - ohne hinzuschauen. Die Synchronisation der eigenen Körperbewegungen, wie sie der Dummy vermittelt, bereitet den Schüler auf die weiterführenden Konzepte des Timings vor.