Der Wing Chun Langstock
Geschichte des Langstock,
ursprünglich war der heutige Langstock der Schaft eines Speers, die typische Waffe der früheren chinesischen Fußsoldaten.
Dieser Schaft (Langstock) wurde schon von den Shaolin Mönchen der frühen Sung
Dynastie (A.D. 960-1279) verwendet. Während dieser Zeit, waren die Mönche unter
anderem damit beschäftigt, dem ersten Kaiser Sung zu helfen, sein Königreich zu
etablieren. Der Langstock wurde dabei ausgiebig von den Mönchen verwendet, die wegen
ihrer Religion keine scharfen Waffen mochten, da sie ihren Feinden damit irreparablen
Schaden zufügen würden. Nach der Sung Dynastie entwickelte sich der Langstock
zur bevorzugten Waffe der Shaolin Mönche. Später in der Manchu Dynastie
(1644-1911) verwendeten die Mönche diese Waffen, um sich gegen die Belagerung des
Shaolintempels durch die Manchu Regierung zu verteidigen. Innerhalb der Shaolin Stile
wurden durch die Jahrhunderte viele Stockformen entwickelt. Durch den Shaolin Mönch
"Gee Sin" wurde aus mehreren Stockformen die "Look Deem Boon Gwun
(Look Dim Bon Kwun)","Sechs einhalb Punkte Drachenstock" Form, erschaffen,
die somit die effektivste bzw. wirksamste Langstockform darstellen dürfte.
Über den Wing Chun Langstock:
üblicherweise ist der Stock 2,50m bis 3.50m lang und läuft konisch zur Spitze hin zusammen.
Da der Langstock aus massiven Holz ist, bringt er auch entsprechendes Gewicht auf die Waage.
Er wird meistens in einer Form mit 6 ½ Basisbewegungen bzw. 6 ½ Grundkonzepten
und deren Permutationen im Zusammenspiel mit einer speziellen Schritttechnik zur Anwendung gebracht. Durch sein hohes Gewicht lehrt
und verlangt er vom Schüler den Korrekten Stand, richtige Body - Unity und sich
entsprechend zu positionieren. Der Stock und der Körper müssen in einer Einheit
miteinander agieren. Mit zunehmender Praxis bekommt man den Eindruck man habe es mit einer
leichten manövrierfähigen Waffe zutun, anstatt eines schweren langen Stocks.
Schwächen in der Struktur der Techniken oder der Body-Unity bestraft der Langstock
sofort. Man lernt dadurch das Gewicht des eigenen Körpers vollends in den Schlag zu
legen. Der Körper des Trainierenden wird dabei bis an die Grenzen des Erträglichen
belastet. Ungewohnt tiefe Stände und immer anspruchsvoller werdende Übungen
lehren den Schüler die Sinne zu schärfen, seinen Hochmut zu verlieren, um den
Weg nicht nur körperlich sondern auch mental gestärkt fortzusetzen. Die
Taktischen Züge und Überlegungen aus der Holzpuppenform werden hier zudem
auf einen erheblich grösseren Radius ausgedehnt und vertieft.
Der Stock selbst wird in drei Teile unterteilt.
- Der erste wird Kopf (Tou) oder Brust (Xiong Pu) genannt.
- Das hintere Drittel wird Fuß (Jiao) oder Hüfte (Yao) genannt.
- Das mittlere Drittel liegt zwischen beiden und wird als Körper (Shen) bezeichnet.
- Die Mitte des Stockes nennt man Zongshen
Die vordere Hand wird Himmelshand (Tianshou), die hintere, Hand der Erde (Dishou) genannt. Entsprechend werden die Hände gehalten: Die Handfläche der Himmelshand zeigt nach oben, während die Erdhand nach unten gerichtet ist. Dies ist auch gleichzeitig eine Grundhaltung und wird Haltung von Himmel und Erde genannt.
Zwei weitere Grundhaltungen die im Wing Chun aber nicht bzw. selten benutzt werden sind die Himmelshaltung, in der beide Hände nach oben zeigen, und die Erdhaltung, in welcher beide Hände nach unten zeigen.
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