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Antwort schreiben | 22.07.09 21:09 I.Eyring 
 | Trainer = Vorbild Ok, hier der neue Thread. Lehrer als Vorbild:
Einhergehend mit dem Vermitteln der Kampfkunst müssen / sollten auch sittliche und moralische Werte gelehrt werden. Hier ist es einerseits die charakterliche Stärke des Trainers, der irgendwo und irgendwie immer eine Vorbildfunktion inne hat, andererseits setzen auch gruppendynamische Prozesse entscheidende Eckwerte fest, die hin und wieder nicht zu unterschätzen sind.
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23.07.09 16:13 Ferge 
 | Re: Trainer = Vorbild Bin zwar neu hier aber da es sich nicht um eine *ing *ung spezifische Frage handelt gebe ich auch mal meinen Senf dazu ;)
Meiner Meinung nach absolut richtig. Auch wenn es nicht jedes Individuum gleich betrifft aber die Handlungen und Entscheidungen eines Trainers haben, ob gewollt oder nicht, Einfluss auf das Leben Ihrer Schüler.
Das trifft auf den Vorstand einer Organisation um so mehr zu. Auch wenn mich die Fauxpas dieser Leute nicht so sehr interessieren und mir klar ist das es immer auch nur Menschen sind, finde ich es schade wenn diese Leute ihrer Verantwortung nicht nachkommen.
Manchmal sogar bedenklich.
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23.07.09 19:15 LaSi 
 | Re: Trainer = Vorbild Ich finde, dass gerade bei einer einfachen, effizienten und tödlichen Kampfkunst wie dem Wing Chun hohe moralische/sittliche Werte vermittelt und vorgelebt werden müssen. Im Gegensatz zu einigen anderen Kampfkünsten/sportarten wird dem Wing Chun Schüler von Beginn an vermittelt was Aggressivität sein kann. Dem Schüler wird quasi von Beginn an die Waffe in die Hand gegeben.
Damit beginnt aber auch das Problem: Was sind moralisch/sittliche Werte?
Die Moral sucht sich verschiedene Situationen. Was in der Einen richtig ist, kann in der Nächsten falsch sein. Die Vorgaben ändern sich ständig.
Ich glaube, dass in den Kampfkünsten/sportarten oftmals zu viele als typisch männlich zu bezeichnende Wertvorstellungen vermittelt werden.
Als Beispiel: Frauen schlagen darf man nicht. Neben der Ehefrau noch eine Freundin/Geliebte/Zweitfrau "haben" - ist doch seine privat Angelegenheit.
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23.07.09 20:09 1789 
 | Re: Trainer = Vorbild frag mich gerade,ob ihr alle keinen vater und mutter hattet. das waren für mich in den"prägenden phasen" eben die menschen ,die vorbildfunktion hatten. vielleicht ist das heute nicht mehr so,aber vor noch gar nicht allzu langer zeit musste man nicht draussen rumlaufen und sich nen yoga-guru,nen pädagogen,ne super-nanny oder den super-sifu als vorbild suchen. nein,diese wichtigen fragen des lebens versuchten so weit wie möglich papa und mama zu klären!!! JA sogar Wann Ich jemandem mit fug und recht aufs maul hauen darf !und wann nicht erklärte mir mein papa!!! das waren noch zeiten!! aber das ist natürlich nich mehr up to date...heute laufe ich zu einem mir vollkommen fremden menschen mit nem tollen titel und lass mir die welt erklären. wär ja auch wirklich bedenklich wenn mein papa ohne irgendein diplom oder sonstigen sch.... irgendwelche werte von moral,sitte und anstand an mich weitergeben würde..wo kommen wir denn da hin?
gruss1789
Wingh Tsung-X |
23.07.09 23:54 Armin 
 | Re: Trainer = Vorbild Hi!
@ 1789:
Hm, mir scheint, Du beleuchtest nur die negativen Seiten der Vorbildfunktion eines Trainers. Was ist mit "Hingabe ans Training", Durchhaltewillen, usw.?
Die Frage ist doch überhaupt erst mal, was ein Vorbild ist. Ich verstehe darunter jemanden, der etwas bestimmtes leistet/gleistet hat, eine Art Vorreiter, und den ich mir als Beispiel nehme. Allerdings - das endet dann, wenn ich das entsprechende Ziel erreicht habe.
Insofern finde ich es jetzt nicht schlimm, wenn mich meine Schüler zum Vorbild nehmen. Im Gegenteil, es würde mir manches erleichtern, wenn sie täglich bis zu drei oder vier Stunden trainieren würden, so wie ich. ;)
Das, was Du ansprichst, also Leute, die sich anderen als Vorbild anbiedern bzw. aufzwingen, sind keine Vorbilder. Richtig. Aber um diese Sorte Mensch geht es, im Grundsatz, erst mal überhaupt nicht.
Armin.
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24.07.09 17:33 1789 
 | Re: Trainer = Vorbild hi armin!
wenn du dich (als lehrer)als löbliches beispiel zum thema durchhaltevermögen und trainingsfleiss und liebe zur kk (wing chun ) siehst,dann hast du recht. ich hatte allerdings den eindruck dass dieser thread sich um sittliche,moralische werte und dergleichen handelt und da finde ich sollte ein erwachsener mensch schon so gefestigt sein,dass er sich nich von einem sifu-titel beeindrucken lässt.habe eben oft erlebt,dass nicht nur das technische,bzw die kleinen philosophischen tipps eines wing chun lehrers angenommen werden,sondern der komplette mensch mit seiner gesamten weltanschauung einfach kopiert wird!!! frei nach dem motto:" ich will so toll sein wie du!"
aber das ist nur meine bescheidene meinung gruss 1789
Wingh Tsung-X |
25.07.09 08:37 Armin 
 | Re: Trainer = Vorbild Hi 1789!
Das war ja auch erst mal meine Ausgangsfrage: Was ist überhaupt ein Vorbild - im positiven Sinne?
Grundsätzlich befinden wir uns doch erst im sportlichen Bereich. Also wie wirken Vorbilder? Sei es im Kampfsport, im Radsport, im Fußball oder sonst irgendein Sport. Und da komme ich erst mal zu der Antwort, dass ein Vorbild immer jemand ist, der andere dazu motiviert, ähnliche Leistungen zu bringen. Frei nach dem Motto: Ich kann das, dann kannst Du das auch!
Die Problemathik der moralischen/ethischen Vorbilder ist doch völlig klar. Nehmen wir einfach mal Kant, der darüber schrieb, wie man Kinder erziehen soll. Selbst hatte er keine und mied den Kontakt zu Kindern, weil er sie hasste. Es menschelt halt, niemand ist perfekt.
Gerade Jugendliche/Heranwachsende sind auf der Suche nach Orientierung und Vorbildern, die bestimmte Werte bedienen. Aber das ist doch kein Problem der heutigen Zeit, sondern das gab's schon immer.
Die Frage ist doch also, ob ein Mensch in einer bestimmten Hinsicht ein moralisches Vorbild sein kann. Theoretisch ja, praktisch?
Das Dumme ist, dass wir hier in einem Bereich per Diskussion herumstochern, der selbst Wissenschaftlern extrem schwer fällt. Was formt denn den menschlichen Geist und das Verhalten? Die Impulse von außen, die Gene, nahe Angehörige, Fremde?
Schließlich noch zum "Kampfkunst-Meister". Ja, in vielen Kampfkünsten ist der Chef nicht nur eine Authorität auf dem Gebiet der KK, sondern eben auch in einer bestimmten Ethik. Man wird jedoch nicht gezwungen, dieser Ethik zu folgen. Selbst ein KRK zwingt keinen seiner Schüler zum Daoisten zu werden. Das wird erst dann ein Problem, wenn einer der niedriger-graduierten Fanbois eine Schule aufmacht.
Armin.
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25.07.09 09:09 Ferge 
 | Re: Trainer = VorbildZitat:
hi armin!
wenn du dich (als lehrer)als löbliches beispiel zum thema durchhaltevermögen und trainingsfleiss und liebe zur kk (wing chun ) siehst,dann hast du recht. ich hatte allerdings den eindruck dass dieser thread sich um sittliche,moralische werte und dergleichen handelt und da finde ich sollte ein erwachsener mensch schon so gefestigt sein,dass er sich nich von einem sifu-titel beeindrucken lässt.habe eben oft erlebt,dass nicht nur das technische,bzw die kleinen philosophischen tipps eines wing chun lehrers angenommen werden,sondern der komplette mensch mit seiner gesamten weltanschauung einfach kopiert wird!!! frei nach dem motto:" ich will so toll sein wie du!"
aber das ist nur meine bescheidene meinung gruss 1789
Hi 1978 und natürlich alle anderen auch. Ich weiß was Du meinst und gebe Dir auch, bedingt, Recht. Es gibt da nur mehrere Probleme:
1. Es gibt nicht nur Erwachsene Schüler. 2. Es gibt nicht nur Schüler mit einem anständigen Elternhaus und guter Sozialisierung. 3. Sobald dein Mensch einen Titel trägt und sei es soetwas banales wie Trainer, ist er ein Mensch der für etwas steht. Wenn er fragwürdig handelt wird auch das für dass er steht und allen die daran teilhaben gezweifelt. 4. Bin ich als Schüler auf ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis angewiesen. Wenn der Lehrer schlechtes tut kann dann das was er lehrt richtig sein? Wie soll ich glauben das seine Lehren einen Sinn haben wenn er sie selber nicht befolgt. 5. Reichen diese Argumente nicht um irgendwen von einer Verantwortung zu befreien die er mit einer bestimmten Position, freiwillig angenommen hat.
6. Ist der Gedanke des Erwachsenen, gefestigten Menschen eine nette Theorie aber auch nicht mehr. Hast Du noch nie 30 Frauen auf einem Robby Williams Konzert in Ohnmacht fallen sehen? Oder Männer die aufeinander einschlagen weil man vielleicht einen anderen Fußballverein besser findet? Vielleicht hast Du aber auch George W. Bushs Rede über die Achse des Bösen verpasst.
lg Ferge
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25.07.09 10:33 1789 
 | Re: Trainer = VorbildZitat: Es gibt da nur mehrere Probleme:
1. Es gibt nicht nur Erwachsene Schüler. 2. Es gibt nicht nur Schüler mit einem anständigen Elternhaus und guter Sozialisierung. 3. Sobald dein Mensch einen Titel trägt und sei es soetwas banales wie Trainer, ist er ein Mensch der für etwas steht. Wenn er fragwürdig handelt wird auch das für dass er steht und allen die daran teilhaben gezweifelt. 4. Bin ich als Schüler auf ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis angewiesen. Wenn der Lehrer schlechtes tut kann dann das was er lehrt richtig sein? Wie soll ich glauben das seine Lehren einen Sinn haben wenn er sie selber nicht befolgt. 5. Reichen diese Argumente nicht um irgendwen von einer Verantwortung zu befreien die er mit einer bestimmten Position, freiwillig angenommen hat.
6. Ist der Gedanke des Erwachsenen, gefestigten Menschen eine nette Theorie aber auch nicht mehr. Hast Du noch nie 30 Frauen auf einem Robby Williams Konzert in Ohnmacht fallen sehen? Oder Männer die aufeinander einschlagen weil man vielleicht einen anderen Fußballverein besser findet? Vielleicht hast Du aber auch George W. Bushs Rede über die Achse des Bösen verpasst.
lg Ferge
zu 1. bleibt doch jedem trainer selber überlassen ob er auch kinder unterrichten will.ich tus nicht,da wing chun so wie ich es verstehe eben nix für kinder ist. zu2.ein wt lehrer ist kein sozialarbeiter,also sondert er im idealfall aus! zu3.wenn ein trainer fragwürdig handelt ,sollte das niemals das problem des schülers sein ausser es betrifft ihn selbst.(wie komme ich als schüler von beispielsweise dem lt dazu ihn zu verurteilen?) dafür gibt es die justiz in deutschland und in hongkong wohl auch nochmals...wer frei von schuld ist,werfe den ersten stein... ja wir sind alle menschen...es menschelt halt..ich hasse diesen satz,aber er enthält die erkenntniss,dass ich nicht besser und unfehlbarer bin als der andere zu4.wenn der lehrer falsches tut kann dann das richtig sein,was er lehrt? wir reden hier immer noch von kampfkunst(wing chun)?wir lernen hier in allererster linie andere menschen zu verletzen!! nix anderes zu4.nochmals:..."Wie soll ich glauben das seine Lehren einen Sinn haben wenn er sie selber nicht befolgt..."was lehrt er denn? liebet euch und geht aufeinander zu oder selbstverteidigung ? zu5. von seiner verantwortung kann niemand befreit werden,aber dafür ist eben die justiz zuständig(vor allem weil die wirklich alle fakten kennen)und nicht die allgemeinheit speziell wir(KKler) als ach so liebevolle KÄMPFER HAUER TRETER sollten uns nicht so weit aus dem fenster lehnen. zu6.ich will hier weder auf dein hooligan beispiel noch auf die mädchen beim williams konzert eingehen.bin eh der überzeugung,dass wir uns in einem evolutionärem rückschrittstadium befinden.
gruss1789
Wingh Tsung-X |
25.07.09 11:35 Ferge 
 | Re: Trainer = Vorbild War nicht provozierend gemeint wollte nur darauf hinweisen das es nicht nur schwarz und weiß gibt und deswegen pauschalisieren, egal ob im positiven oder negativen Sinne, nicht richtig sein kann.
Ich will die ganzen Punkte nicht nochmal wiederholen aber ich muss leider zugeben das ich mit 18 (kein Kind mehr) sehr leicht Durch meine Trainer zu beeinflussen war. Dann kommt der Punkt wo Du sagst das ein Trainer nur ein Trainer ist aber er soll erkennen können ob ein Mensch eine gute Sozialisierung erfahren hat?!?!
Ich teile auch nicht unbedingt deine Meinung das wir nur lernen Menschen zu verletzen. Bisher bin ich auch immer auf die Situationen Hingewiesen worden wann es nötig sein könnte Menschen zu verletzen. Und, zum Thema Kampfkunst gibt es meiner Meinung nach noch einen Unterschied zwischen reiner SV und einer Kampfkunst den in zweiterer Spielt auch immer Ethik und Moral eine Rolle. Nur schön zuschlagen kann jeder Strassenschläger im Fehrnseher lernen. Ich bin genauso dagegen zu schnell zu Urteilen und jedem Gerücht nachzulaufen aber das war hier nicht die Frage sondern ob ein Trainer eine Ethisch-Moralische Verpflichtung hat oder nicht. Wie gesagt wie daß im *ing *ung läuft weiß ich noch nicht aber bisher hab ich ausser Treten und Schlagen auch gelernt mit meinen Fertigkeiten Verantwortungsvoll umzugehen.
Natürlich macht jeder Fehler und ist ein Mensch der Unterschied ist aber das sich manche Leute entscheiden eine Rolle einzunehmen und andere entscheiden sich dagegen. Wer solche Entscheidungen trifft muss mit den Konsequenzen leben, ist leider mal so.
Wie die entwicklung und der Stand unserer Gesellschaft auch aussehen mag, fakt ist dass sie ist wie sie ist und wahrscheinlich noch lange so sein wird. Zu behaupten das die Gesellschaft Schuld ist wenn sie über die Fehler der anderen lamentiert ist ungefähr so wie auf der Autobahn spielen gehen. Klar die Autos hätten ja bremsen müssen oder?
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