| Forum » Wing Chun » *ing *ung für Spezialeineiten -- ethnisch Vertretbar? |
1 2
|
|
|
Antwort schreiben |
24.02.09 13:04 karl 
 | *ing *ung für Spezialeineiten -- ethnisch Vertretbar? Zur Fragestellung: *ing *ung = Kung Fu = Selbstverteidigung = kämpfen ohne zu töten (pauschal)
Wenn jetzt offiziell militärische spezialeinheiten für den Nahkampf in *ing *ung ausgebildet werden - eckt das nicht etwas an?
denke das ist ne ganz interessante Fragestellung. da man hier recht breit fächern kann wäre es ganz gut wenn ihr eure Antworten grob in Themenbereiche untergliedern könntet z.b. traditionell, philosophisch, modern, sellout..... wie auch immer
bin mal gespannt was hierbei rauskommt
|
24.02.09 17:45 Armin 
 | Re: *ing *ung für Spezialeineiten -- ethnisch Vertretbar? Hallo Karl!
Wie kommst Du auf die Idee, dass "*ing *ung = Kung Fu = Selbstverteidigung = kämpfen ohne zu töten"?
In dieser Folge sind gleich mehrere Fehler. Ich geh's mal der Reihe nach durch:
1. Wing Chun = Kung Fu. Sag' Wu Shu, dann ist es richtiger, aber es passt. 2. Kung Fu = Selbstverteidigung. Nein. Allein bei historischer Betrachtungsweise erkennt man schon, dass Kung Fu auch und vor allem zur militärischen Ausbildung genommen wurde, siehe Boxeraufstand bzw. die Geschichte des Wing Chun als System von Rebellen unter dem Deckmantel der chinesischen Oper auf Booten. 3. Selbstverteidigung = kämpfen ohne zu töten. Auch nicht richtig. Selbstverteidung bzw. richtiger Notwehr ist immer der Einsatz von Gewalt zur Abwehr einer gegenwärtigen Gefahr. Dabei müssen/dürfen die eingesetzten Mittel höchstens ausreichend sein. Will Dich also jemand töten (Angriff mit einem Messer), dann hast Du durchaus die Möglichkeit "zurück-zu-töten".
Zur Ausgangsfragestellung: Wing Chun für Spezialeinheiten. Was für welche? Militärische? Dann ist Wing Chun völlig ungeeignet, da Wing Chun nicht die Erfordernisse eines militärischen Nahkmapfsystems erfüllt. Polizeiliche? Leider auch nicht, da Wing Chun nicht für "Festnahmen" gedacht ist.
Da wären andere Kung Fu-/Wu Shu-Systeme geeigneter, allerdings benötigen die elend viel Zeit zum Erlernen. Dann doch lieber MiNaKa oder Systema. ;)
Bis dann,
Armin.
|
25.02.09 09:32 karl 
 | Re: *ing *ung für Spezialeineiten -- ethnisch Vertretbar? danke für die gute antwort
am we waren die shaolin mönche bei uns in der stadt und die dürfen -so wie sie meinten- ja eigentlich nicht töten und so kam ich auf die idee
habs auch in nem anderen forum geposted aber naja lies selber http://www.wt4um.de/forum/viewtopic.php?t=10539
|
25.02.09 10:30 I.Eyring 
 | Re: *ing *ung für Spezialeineiten -- ethnisch Vertretbar? Laut Erkenntnisstand ist das "Kung-Fu" ja ursprünglich eine Militärische Erfindung gewesen. 
|
26.02.09 13:39 Heyoan 
 | Re: *ing *ung für Spezialeineiten -- ethnisch Vertretbar? Hi!
Kung Fu -eine "militärische Erfindung"? Was ich zu wissen glaubte, haben das ursprünglich nur Leute trainiert (UND auch erfunden), die hpts. in Klöstern meditiert haben. Zur geistigen Schulung und körperlichen Ertüchtigung gehörte das Kung Fu dann dazu. "Militär" heutzutage ist wohl eine etwas andere Einrichtung, als das ehemals mal der Fall war. Heute metzeln sich eben nicht mehr ein paar tausend Leute auf einem Schlachtfeld nieder- da gibts leider mittlerweile andere Methoden. ...gar nicht Kung Fu mäßige...
Heyoan
|
26.02.09 15:15 I.Eyring 
 | Re: *ing *ung für Spezialeineiten -- ethnisch Vertretbar?Zitat:
.... da gibts leider mittlerweile andere Methoden. ...gar nicht Kung Fu mäßige...
Heyoan
Eigentlich sind die Methoden sehr "Kungfu (bzw. Wing Chun) mäßig" . = maximale Effizienz. :)
|
27.02.09 05:24 Armin 
 | Re: *ing *ung für Spezialeineiten -- ethnisch Vertretbar? Hi!
@ Heyoan: Nö, es war genau anders herum. Du beziehst Dich mit den Klöstern dabei explizit auf Shaolin - und was war das nochmal, was dort zur Körperertüchtigung gelehrt wurde? Man vermutet (!), dass es Übungen der indischen Kriegerkast waren.
Nein, nochmal. Viele/die meisten Systeme wurden vom Militär entwickelt. Einige fanden den Weg in vereinzelte Klöster (Shaolin, Wudang), die meisten nicht.
@ Ingo: Sicher? Maximale Effizienz gibt's erst seit Weng Chum Dim. ;) Davor maximale Effektivität ...
Bis dann,
Armin.
|
27.02.09 08:29 I.Eyring 
 | Re: *ing *ung für Spezialeineiten -- ethnisch Vertretbar?Zitat:
@ Ingo: Sicher? Maximale Effizienz gibt's erst seit Weng Chum Dim. ;) Davor maximale Effektivität ...
Ich gestehe ich habe erst ein wenig mit mir gehaddert was ich jetzt da hin schreibe.  Aber naja OK. Ich habs versaut 
|
04.05.09 22:54 qugel 
 | Re: *ing *ung für Spezialeineiten -- ethnisch Vertretbar?Zitat:
Zur Ausgangsfragestellung: Wing Chun für Spezialeinheiten. Was für welche? Militärische? Dann ist Wing Chun völlig ungeeignet, da Wing Chun nicht die Erfordernisse eines militärischen Nahkmapfsystems erfüllt. Polizeiliche? Leider auch nicht, da Wing Chun nicht für "Festnahmen" gedacht ist.
Also das es kein Polizeiliches System ist, kann ich nachvollziehen. Aber was spricht gegen Wing Chun als militärischen Nahkmapfsystems?
Gruß qugel
|
05.05.09 05:54 Armin 
 | Re: *ing *ung für Spezialeineiten -- ethnisch Vertretbar? Hallo qugel!
Ganz einfach: Jeder Soldat hat eine bestimmte, festgelegte Ausrüstung. Gewehr, Helm, Spaten, Messer, sonstiger Kram. Militärische Nahkampfsysteme sind darauf ausgelegt, dem Soldaten zu zeigen, wie er diesen Kram im Nahkampf verwendet. Der unbewaffnete Kampf spielt dabei eine sehr untergeordnete Rolle.
Das ist halt der Knackpunkt: Nahkampf ist nicht gleich unbewaffneter Kampf.
Armin.
|
|
|